Nachrufe

In memoriam Hella Wiesberger

Drei Schwellenübertritte markanter Vertreter der anthroposophischen Sache

Hella Wiesberger starb am 13. Dezember 2014, zwei Wochen vor der 66. Wiederkehr des Tages, an dem Marie Steiner am 27. Dezember 1948 gestorben ist. Ohne Marie Steiner noch im Erdenleben zu begegnen, hatte sie ihre Herausgebertätigkeit am Archiv der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung wenige Monate zuvor begonnen, die sie dann durch 66 Jahre ausgeübt hat: also durch zwei die Geschichte bildenden Rhythmen von 33 Jahren.

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Conrad Schachenmann, Günter Aschoff, Hella Wiesberger

Drei Schwellenübertritte markanter Vertreter der anthroposophischen Sache

Im eben abgelaufenen Jahr gingen drei Persönlichkeiten über die Schwelle der geistigen Welt, welche jede auf ihre Weise dem Werk Rudolf Steiners verpflichtet war und es in der einen oder anderen Art fruchtbar zu machen suchte. Conrad Schachenmann verschied am 15. Mai, Günter Aschoff am 9. Dezember und Hella Wiesberger am 12. Dezember 2014 Da die drei Genannten arbeitsmäßig zum Teil in engem Zusammenhange standen, bringt der Europäer erste Nachrufe auf sie im selben Heft. Wir betrachten es als großes Glück, dass uns Wilfried Hammacher sofort einen Nachruf auf Günter Aschoff sandte, da Aschoff viele Jahre lang enger Mitarbeiter von Hammacher an der Novalis-Bühne gewesen war, und da auch Hammacher als Biograf Marie Steiners sich dem selben Aufgabenkreis verpflichtet weiß wie die betreffenden Persönlichkeiten.

Die Beiträge zu Conrad Schachenmann und Hella Wiesberger stammen vom Herausgeber dieser Zeitschrift, der Broder von Laue, Justina Schachenmann, Gisela Gaumnitz und Alexander Lüscher wertvolle Angaben verdankt. Zu Hella Wiesberger verfasst Alexander Lüscher, welcher in deren letzten Lebensjahren eng mit ihr zusammengearbeitet hatte, gegenwärtig einen ausführlicheren Nachruf, der im Goetheanum erscheinen wird.

Thomas Meyer

Madlen Hauser (1929-2012) und ihr Schicksalsumkreis

Taten und Leiden im Dienste der Anthroposophie

Am 14. Juli 2012 ist in der Ita Wegman Klinik nach jahrelanger Bettlägrigkeit eine Persönlichkeit verstorben, die nach außen hin wenig bekannt war, obwohl sie seit frühester Kindheit mit zahlreichen bedeutenden Anthroposophen in persönliche Verbindung kam: Madlen Hauser. Sie gehörte zu den stillen, dienenden Förderern der anthroposophischen Sache, ohne deren Wirken diese Sache keine Zukunft hätte. 

Die folgende Skizze entstand auf Grund einer langjährigen Freundschaft sowie von Aufzeichnungen aus Madlen Hausers Nachlass. Für wertvolle Mitteilungen danke ich Waltraud Wienert, Dornach, für die Abdruckgenehmigung von Fotografien den Söhnen von Andreas und Renata Hauser – Ferdinand Hauser und David Hutchinson.

Nicht von allen, für Madlen Hauser wichtigen Persönlichkeiten konnten geeignete Fotografien gefunden werden; die getroffene Auswahl beinhaltet keine Wertung.

Thomas Meyer

In memoriam Paul Gerhard Bellmann

Über das äußere Leben Paul Gerhard Bellmanns, eines der langjährigen Mitherausgeber der Rudolf Steiner Gesamtausgabe, ist wenig bekannt. Er selbst hat kaum publiziert. Sein Leben galt dem Wirken in der Stille. Der Verfasser verdankt Erika Bellmann sowie Rolf Herzog, der am 13. April dieses Jahres die Bestattungsansprache hielt, wertvolle Hinweise zu seinem Lebensgang.

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Imre Makovecz – Ein Nachruf

Überraschend erreichte uns die Nachricht vom Tod des bedeutenden ungarischen Architekten Imre Makovecz. In der Dezem- ber-Januarnummer 2009/2010 dieser Zeitschrift hatten wir unter dem Titel «Ich möchte etwas Lebendiges machen» ein ausführliches Interview mit ihm veröffentlicht.

Im Folgenden ein uns soeben aus Ungarn zugesandter Nachruf.

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Franz Liszt – Pianist, Komponist – und vor allem Mensch

Franz Liszt zum Gedenken (1811 – 1886) / Teil 1-3
von  Gerald Brei

Das Jahr 2011 ist ein Franz Liszt-Gedenkjahr. Am 22. Oktober wurde er vor 200 Jahren in Raiding geboren, damals zum ungarischen Bezirk Sopron gehörig, heute zum österreichischen Burgenland. Da er zu Lebzeiten seine Geburtstage immer gern gefeiert hat, darf an diesen großen Pianisten, Komponisten, Dirigenten und Klavierlehrer erinnert werden. Vor allem anderen aber war Franz Liszt ein Mensch in des Wortes tiefster Bedeutung. Seine Großzügigkeit, Güte und Hilfsbereitschaft kannten ebenso wie seine Wohltätigkeit fast keine Grenzen. Alfred Brendel, der bekannte Pianist, soll gesagt haben, dass es keinen Komponisten gibt, den er lieber kennenlernen würde. …

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Erinnerung an Hellmut Finsterlin

Anthroposoph, Landwirt und Schriftsteller

Am 20. Oktober 2011 jährt sich der Todestag von Hellmut Finsterlin zum 21. Mal. Aus diesem Grund möchte ich an diesen bedeutenden Anthroposophen erinnern und einige persönliche Erfahrungen einflechten.

H. Finsterlin war Herausgeber der Zeitschrift Erde und Kosmos, die von 1975 bis 1990 erschienen ist. Erde und Kosmos beleuchtete Anthroposophie in ihren vielen Facetten; durchgehendes Thema war aber der Landwirtschaftliche Kurs von Rudolf Steiner. Hellmut Finsterlin schöpfte aus seinen eigenen praktischen Erfahrungen mit der anthroposophischen Landwirtschaft. Seine Kommentare zum Landwirtschaftlichen Kurs können den Zugang zum (oft schwer verständlichen und rätselhaften) Landwirtschaftlichen Kurs sehr erleichtern. Für Finsterlin war der Landwirtschaftliche Kurs kein Handbuch, sondern ein «alchymistischer Kurs», dessen Verständnis auch ein gründliches Studium der Theosophie erforderte.

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Zum 66. Todestag von Antoine de Saint-Exupéry

«Ich war zum Gärtner geschaffen.»

Der am 29. Juni 1900 in Lyon geborene und aus alter französischer Familie stammende Antoine de Saint- Exupéry gehörte zu der Jugendstilgeneration, die Rudolf Steiner als «heimatlos» charakterisierte (am 10. Juni 1923, Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung, GA 258). Im Alter von 12 Jahren zum ersten Flug mitgenommen, durfte er sich wenige Tage nach seinem 21. Geburtstag zum ersten Mal alleine in die Lüfte erheben. 1926 stößt er zu der noch ganz jungen Fluggesellschaft Latécoère (später Aéropostale). Sie war – in den Frühzeiten der Motorflugzeuge –, Wegbereiter des Aufbaus von Postflugverbindungen, die Toulouse über Westafrika mit Patagonien bis über die Anden nach Chile verbanden. Ihre Piloten bildeten eine Schicksalsgemeinschaft wahrer Pioniere, ihre Flüge waren eine ununterbrochene Schmiede des Mutes. Seine Kameraden Henri Guillaumet (1902 – 1940, über dem Mittelmeer abgeschossen) und Jean Mermoz (1901– 1936, über dem Südatlantik abgestürzt) wurden seine engsten Freunde.

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Erinnerungen an Friedrich Eckstein

Aus Anlass des 150. Geburtstages am 17. Februar 1861

Friedrich Eckstein (1861–1938), der bedeutende Jugendfreund Rudolf Steiners, wurde nur wenige Tage vor Rudolf Steiner geboren. Auch er verdient im Gedenkjahr des 150. Geburtstages Steiners daher unsere Aufmerksamkeit. Steiner verglich die Begegnung mit Eckstein mit derjenigen mit seinem «Meister». Das zeigt die Bedeutung, die sie für seine Entwicklung hatte. Näheres über Eckstein findet der interessierte Leser in dem Aufsatz «Wer war Friedrich Eckstein?» in der Februarnummer 2010 dieser Zeitschrift, sowie in meiner Schrift Rudolf Steiners «eigenste Mission». Es wurde dort auch auf den schönen kurzen Briefwechsel zwischen Steiner und Eckstein im Sterbemonat Rudolf Steiners hingewiesen. Eckstein sandte Steiner sein eben erschienenes Bruckner-Büchlein, mit der Widmung: «Zur Erinnerung an längst vergangene Tage der Geistesfreude». Leider ist Steiners Antwort an Eckstein bis heute verschollen geblieben.

Die hier folgenden kurzen Aufzeichnungen über Eckstein stammen vom Wiener jüdischen Anthroposophen Ernst Müller (1880 – 1954), der Eckstein persönlich kannte. Sie entstanden in Müllers Londoner Zeit und werden hier zum ersten Mal veröffentlicht.

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Wiederverkörperte Templer unter den Schülern Rudolf Steiners

Zum 66. Todestag von Felix Peipers am 1. Januar 1944

Vor etwas über 700 Jahren wurden am 12. Mai 1310 vor den Toren von Paris 54 Templer verbrannt, welche die unwahren Geständnisse gegen den Orden, die ihnen unter der Qual der Folter abgepresst worden waren, widerrufen hatten. Zu ihnen gehörte ein Mann, der in seiner nächsten Inkarnation schon als Knabe Erinnerungen an sein früheres Templerdasein in sich trug und später die einstige Verbrennung als Templer erlebt hat. Der Wahrheitsgehalt dieses Erlebnisses ist ihm von Rudolf Steiner bestätigt worden. Es handelt sich um Albrecht Wilhelm Sellin (1841–1933). Sellin wurde in recht vorgerücktem Alter bei der Münchner Uraufführung der Mysteriendramen Rudolf Steiners die Rolle des Hilarius, des Großmeisters des mittelalterlichen templerähnlichen Ordens, übertragen. Das geschah offenbar nicht zufällig oder mangels anderer Darsteller. Nach Rudolf Steiner seien «die Münchner Darsteller in dieser Inkarnation eigens dazu angetreten, um die Mysteriendramen Wirklichkeit werden zu lassen». Die Rolle des Benedictus, des Führers der Geistgemeinschaft, welche Züge des Dominikanerordens trägt, wurde Felix Peipers (1873 – 1944) übertragen. …

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In memoriam Ekkehard Meffert (14. 1.1940 – 22. 6. 2010)

Einige persönlich-unpersönliche Erinnerungen von Thomas Meyer

Zum ersten Mal bin ich Ekkehard Meffert 1989 begegnet. Die Begegnung fand in der kleinen Woh- nung von Madlen Hauser in Dornach statt. Madlen Hauser hatte jahrzehntelang in der Bibliothek des Goetheanum gearbeitet, nachdem sie Mitarbeiterin von Wilhelm Pelikan gewesen war und für Wala in der Heilmittelherstellung gearbeitet hatte. Seit 1985 hatte sie für verschiedene meiner Publikationen bibliografische Recherchen durchgeführt. Ähnliche Dienste leistete sie auch für Ekkehard Meffert, als er seine Monographie über Mathilde Scholl in Angriff nahm. Und so fand sie eines Tages, dass es an der Zeit sei, Meffert und mich miteinander bekanntzumachen. Daraus entstand eine langjährige schöne Dreier-Freundschaft.

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Sie auch: Eckkehard Meffert im Perseus-Verlag

Im Gedenken an Marianne Schenker und Eduard Najlepszy

Marianne Schenker (21.3.1922–31.8.2009)

Eduard Najlepszy (20.3.1955–2.10.2009)

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Schillers Freiheitsimpuls und Christustendenz – Gedanken zum 250. Geburtstag

von Gerald Brei

Am 10. November 2009 ist Schillers 250. Geburtstag zu feiern. Im lauten Mediengetöse dieses Jahres war von ihm erstaunlich wenig die Rede. Charles Darwins 200. Geburtstag wurde viel ausgiebiger gewürdigt (sein Hauptwerk Vom Ursprung der Arten ist vor 150 Jahren erstmals erschienen). Auch von Haydns 200. Todestag war in den Feuilletons öfter die Rede. Woran liegt das? Schiller ist den meisten fremd geworden. Sein Idealismus gilt schon lange als nicht mehr zeitgemäß. Angesichts des dramatischen Kulturverlusts und der geistigen Verflachung in Deutschland im Laufe des 20. Jahrhunderts, ja eigentlich schon Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzend, ist das nicht weiter verwunderlich.

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Friedrich Rittelmeyer (1872–1938) – ein moderner Christ, Meditant und Anthroposoph

von Thomas Meyer, Eugen Kolisko und Friedrich Rittelmeyer

Vor siebzig Jahren starb am 23. März 1938 der evangelische Theologe, Anthroposoph und Mitbegründer der Christengemeinschaft Friedrich Rittelmeyer (geb. am 5. Oktober 1872). Aus diesem Anlass veröffentlichen wir einige Texte über und von Friedrich Rittelmeyer. Als erstes den Nachruf, den der anthroposophische Arzt und Historiker Eugen Kolisko (1893 –1939) für die Mainummer der englischen Zeitschrift The Modern Mystic schrieb und der hier erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht wird. Kolisko arbeitete jahrelang mit Rittelmeyer im Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft Deutschlands zusammen. Er wurde 1935 aus der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen und baute in England ein neues Arbeitsfeld auf.

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Renate Riemeck (1920–2003) – eine Mitteleuropäerin

Zum fünfjährigen Todestag der Historikerin am 12. Mai 2003

von Runhild Böhm

Wenige Jahre nach der offiziellen Beendigung der Kriegshandlungen sah sich das mitteleuropäische Deutschland, nach rußigen Trümmern, Quäkerspeisung und Abbau der verbliebenen Logistik, ohne Friedens- vertrag und Souveränität, den Neuzugängen ganzer Waffenarsenale gegenüber, als 1957 der polnische Aus- senminister Adam Rapacki der UNO-Vollversammlung einen später nach ihm benannten Plan vorlegte, der «ein Verbot der Herstellung und Stationierung von Atomwaffen und ihrer Träger in Polen, der CˇSSR und in beiden Teilen Deutschlands vorsah, von westlicher Seite aber abgelehnt wurde, da durch ihn das militärische Gleichgewicht in Europa zugunsten der in konventio- neller Rüstung überlegenen Staaten des Warschauer Pakts angeblich verschoben worden wäre», wie es im Volkslexikon des Bibliographischen Instituts Mann- heim 1981 heißt.

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Nachruf auf Johannes Tautz

(30. 9.1914 – 13. 3. 2008)

„In Dank verschlingt sich alles Sein“

von Thomas Meyer

Am 13. März dieses Jahres verstarb in Dortmund der anthroposophische Pädagoge und Historiker Johannes Tautz. Er stand im 94. Lebensjahr. Der Herausgeber dieser Zeitschrift kannte ihn seit 1978, und die in den folgenden Jahren entstehende freundschaftliche Verbindung war für ihn von wachsender Bedeutung und Fruchtbarkeit. In dankbarem Gedenken und in persönlich-unpersönlicher Form soll im Folgenden der Lebenslauf von Tautz in skizzenhaft-symptomatischer Weise nachgezeichnet werden.

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Erinnerungen an David Clement (1911– 2007)

„I am keen on meeting people“

von Thomas Meyer

Der Musiker und Pianist Stefan Mickisch hat sich eine besondere Aufgabe gesetzt: zum Erleben der verschiedenen Eigenarten der Tonarten hinzuführen. Es gibt nicht nur eine sinnlich-sittliche Qualität der Farben, wie Goethe dies nannte und in seiner Farbenlehre untersucht und dargestellt hat; es gibt auch eine noch wenig anerkannte sinnlich-sittliche Qualität der verschiedenen Tonarten. Wer sich unbefangen hörend auf den Charakter jeder Tonart einlässt, wird diesen spezifischen Qualitätscharakter mit der Zeit bemerken. Und es ist alles andere als zufällig oder nebensächlich, in welcher der zwölf Dur- und zwölf Moll-Tonarten die großen Werke der Musikgeschichte der Neuzeit komponiert sind. Ja, es ist geradezu das Kennzeichnen für die Größe eines Komponisten, dass er mit Bewusstheit oder wenigstens mit instinktiver Sicherheit zu dieser oder jener Tonart für eine Komposition greift. In höchstem Maße zeichnen sich die Werke Richard Wagners durch einen solchen Tonart-spezifischen Charakter aus.

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In memoriam Hans Börnsen

von  Hans Themann

«In memoriam Hans Börnsen» wählte ich als Überschrift für zwei Bände, die ich zu seinem 100. Geburtstag im Januar 2007 zusammengestellt hatte. Sie enthalten siebzehn von ihm in Bremen und Hamburg gehaltene Vorträge; von diesen siebzehn hat er fünfzehn in Bremen gehalten, wo er regelmäßig seit Ende der 40er-Jahre Seminare abhielt, zumeist im Abstand von zwei Wochen.

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Zum 70. Todestag von D.N. Dunlop

«Im eigenen Ich die höhere Bestimmung verwirklichen»

Zum 70. Todestag von D.N. Dunlop am 30. Mai 2005

von Thomas Meyer

 

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Ota Sik in memoriam

von Andreas Flörsheimer

A m 22. August 2004 ist Ota Sik (sprich: Schik), einer der führenden Köpfe des «Prager Frühlings» (Februar–August 1968), im Alter von nahezu 85 Jahren an seinem Wohnort Sankt Gallen verstorben. Rückblickend möchten wir daher noch einmal dessen Lebensstationen betrachten (Teil I) und auch auf die von ihm entwickelten Vorstellungen hinsichtlich eines humanen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, eines «Dritten Weges» jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, eingehen (Teil II; in der nächsten Nummer).

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Gebirgsgesinnung, nicht Ebenengesinnung – In Memoriam Ludwig Hohl (1904 –1980)

Dieses Jahr ist auch des hundertsten Geburtstags des Schweizer Dichters und Denkers Ludwig Hohls zu gedenken. Wenig gelesen, wurde er von Frisch, Dürrenmatt und Adolf Muschg verehrt. Muschg schrieb: «Hohl-Sätze können Kerker spalten; aber wenn der Kerker die liebe Gewohnheit, die mühsam zusammengebaute Person ist, tun sie auch weh.»

Bekannt wurde Hohl vor allem für seine Notizen – oder von der unvoreiligen Versöhnung, einem umfangreichen Werk kürzerer oder längerer Prosafragmente (heute veröffentlicht, wie Hohls meiste Werke, im Suhrkamp Verlag). Daneben hinterließ er verschiedene Erzählungen und den Kurzroman Bergfahrt. Erst nach seinem Tod erschien in vollständiger Form das Werk Von den hereinbrechenden Rändern – Nachnotizen. Hohl war Meister einer von subtiler Beobachtung erfüllten, gedankengeprägten Prosa.

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Werner A. Moser – ein Wegbereiter für „ein gediegenes Arbeiten in der höheren Welt“

Eine Gedenkskizze anlässlich seines Todes am 22. Dezember 2003

Von Thomas Meyer

Zahlreiche Menschen verdanken Werner Albrecht Moser (15. 12. 1924 – 22. 12. 2003) eine gediegene Einführung in die philosophischen Grundlagen der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners, oder zumindest den Impuls zu deren gediegener Erarbeitung. So auch der Schreiber dieser Zeilen; er arbeitete ab 1972 mehrere Jahre in einem von Moser geleiteten Arbeitskreis mit, der sich mit Steiners Grundschrift Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung befasste. Er führte mit Werner Moser zu Beginn der 90er Jahre öfters fruchtbare Gespräche über die Notwendigkeit und Art einer zu begründenden neuen Zeitschrift. Zwei ausreichende Gründe, den Lesern des Europäer eine knappe Gedenkskizze dieses bedeutenden Menschen zu vermitteln.

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In memoriam Werner A. Moser (Sonderheft)

15. Dezember 1924 – 22. Dezember 2003    

Inhalt

W.A. Moser: Zwei Aufsätze

Mensch und Natur im Diamat

Verachtung des Denkens
Zu einem Aufsatz von Walter Hoeres in «Wort und Wahrheit»

 

Nachrufe und Erinnerungen

Ansprache anlässlich der Bestattungsfeier am 29. Dezember 2003
Renatus Ziegler

Werner A. Moser, 15. Dezember 1924 – 22. Dezember 2003
Ein Nachruf von Leony Morf und Stephan Frei

Erinnerungen an Werner Moser
Josef Busch

Werner A. Moser – ein Wegbereiter für «ein gediegenes Arbeiten in der höheren Welt»
Eine Gedenkskizze anlässlich seines Todes am 22. Dezember 2003. Thomas Meyer

 

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In memoriam Otto Weininger

«… um nicht einen anderen morden zu müssen …»
In memoriam Otto Weininger, gestorben am 4. Oktober 1903

von  Thomas Meyer

Otto Weininger war eine der interessantesten Gestalten der Wiener Jahrhundertwende. Am 3. April 1880 als Sohn eines jüdischen Goldschmieds geboren, wuchs der von einem starken Lebenshunger und Lernwillen beseelte Weininger in alle damaligen Zeitströmungen hinein, von der materialistischen Naturwissenschaft bis zur beginnenden Psychoanalyse. Wie Rudolf Steiners Wiener Freundin Rosa Mayreder oder August Strindberg und Laurence Oliphant rang er auf ganz eigene Weise mit der Geschlechterfrage. Er bildete in einseitig materialistischer, das heißt allein den physischen Leib berück- sichtigender Form eine Theorie der Bisexualität aus: In jedem Menschen sind die Elemente M (Männliches) und W (Weibliches) in verschiedenartiger Form gemischt.

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Anthony Sutton – ein Nachruf

Wie uns erst später bekannt wurde, verstarb am 17. Juni 2002 der englisch-amerikanische Historiker Anthony Sutton. Der Europäer hat in den vergangenen Jahren mehrmals auf das Werk von Sutton hingewiesen. (Bes. Andreas Bracher, «Schädel und Knochen an der Wall Street», Jg. 3, Nr. 6 – 8. April – Juni 1999 und «Ein Interview mit Anthony Sutton», Jg. 4, Nr. 11, September 2000.) Sutton erforschte mit einer unbeugsamen Hartnäckigkeit verdeckte und verschwiegene Linien der
Einflussnahme privater amerikanischer Zirkel auf die Weltpolitik des zwanzigsten Jahrhunderts. Besonders bedeutsam erscheinen seine Bücher über die Verbindungen von Wall-Street- Kreisen zum Aufstieg der Bolschewiki in Russland und der Nationalsozialisten in Deutschland, wie auch seine erstmaligen Enthüllungen über die Geheimloge Skull & Bones. Seine akademische Karriere ist über diesen Enthüllungen zerstört worden, Sutton wurde bekämpft und totgeschwiegen. Seine po- litischen Affiliationen fand Sutton in späteren Jahren am ehesten bei der amerikanischen Rechten, aber die Bedeutung seiner Erkenntnisse reicht weit über diese Beziehung hinaus. Eine zukünftige, wirklichkeitsgemäßere Geschichtsschreibung des zwanzigsten Jahrhunderts wird ihm ihren Tribut abzuleisten haben. Wir zitieren einen Teil aus dem Internet-Nachruf von Kris Milligan (www.trineday.com), einem Freund und Bewunderer Suttons.

Andreas Bracher, Hamburg

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